Am Anfang stand eine Erfahrung aus der Forstwirtschaft: Wer falsch oder zuviel Holz rodet, der erntet Umweltschäden. Die Folgen sind noch heute zu sehen. Daraus entwickelte sich das Prinzip der Nachhaltigkeit: Schlage nicht mehr Holz ein, als nachwächst, und pflanze neue Bäume, damit auch Deine Kinder und Enkel das Holz nutzen können.
Inzwischen hat sich die Bedeutung des Begriffes “Nachhaltigkeit” erweitert. Nachhaltigkeit heißt, Umweltgesichtspunkte gleichberechtigt mit sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu berücksichtigen, um den globalen Herausforderungen der Zukunft zu begegnen. Zukunftsfähig zu wirtschaften bedeutet: Wir müssen unseren Kindern und Enkelkindern ein intaktes ökologisches, soziales und ökonomisches Gefüge hinterlassen, damit sie mindestens genauso viele Optionen haben, wie heutige Generationen.
Für das nachhaltige Wirtschaften gibt es keine allgemeingültigen Rezepte. Die kreativen Ideen vieler Menschen sind gefragt. Alle stimmen zu, dass eine Entwicklung, die der Zukunftsfähigkeit dient, wichtig ist. Aber der Weg dorthin wird kontrovers diskutiert.
Das Konzept der Nachhaltigkeit steht heute für eine umfassende Modernisierungsstrategie. Die Bundesregierung hat 2002 eine nationale Nachhaltigkeitsstrategie “Perspektiven für das neue Jahrtausend” verabschiedet. Sie will die Nachhaltigkeit an 21 Zielen und Indikatoren messen. Wie es um diese Indikatoren steht, hat die Bundesregierung im Herbst 2004 erstmals dokumentiert. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung hat zu diesem Fortschrittsbericht 2004 beigetragen, indem er viele Initiativen vor Ort und die Diskussion in der Gesellschaft nachgezeichnet hat.
In der Nachhaltigkeitsstrategie geht es vor allem um Innovationen, erneuerbare Energien und Klima, Landwirtschaft und Ernährung, die Flächeninanspruchnahme für Siedlung, Mobilität, aber auch um Bildung, Integration ausländischer Mitbürger, Familienpolitik und nicht zuletzt um Staatsverschuldung, Wirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit.
Der Rat für Nachhaltige Entwicklung wurde 2001 durch den Bundeskanzler eingerichtet. Er setzt sich für konkrete Maßnahmen und ein verändertes Politikverständnis ein – kurz: dafür, dass Nachhaltigkeit keine leere Floskel bleibt und in der Öffentlichkeit bekannt wird.